Yvonne Koch...

Gestrandet! Aber für Reis ist gesorgt…

Drei Wochen lang bin ich meinem Visum hinterhergelaufen, hab potentielle Auftaggeber angebaggert und meine Reise aus der Ferne organisiert.

Dann war’s endlich soweit: Heute mittag bin ich ganz regulär und wie vorgesehen abgeflogen. Leider war die Landung nicht ganz so regulär, sondern verspätet und selbst meine sportliche Einlage hat es nicht mehr rausgerissen: Wie Tom Hanks in ‚The Terminal‘ sitze ich fest! Allerdings nicht auf dem JFK Airport, sondern in Kuwait. (Keine Ahnung, ob es hier einen Mc Donalds hat 😉 )

Wir sind insgesamt acht Gestrandete, weil auch der Flug aus London zu spät ankam und alle haben den Flug nach Dhaka verpasst. Der nächste Flug geht erst morgen Abend, sagt uns die erstaunlich ruhige Dame am Schalter. Also: Warten am Airline Desk, warten an Gate 20, dann warten auf den Bus…und dann endlich sind wir im Hotel, Essen gibt’s auch noch. Ganz kurz riecht es sogar fast wie in Bangladesch…denn es gibt Reis…normalen und gewürzten…und die Gerichte dazu sehen auch aus wie bengalisches Essen…aber: der Geschmack ist bei weitem nicht so lecker. Nichtmal mit der Schärfe kann das hier mithalten.

Aber das Essen ist schnell nicht mehr so wichtig, ich lerne nämlich meine drei Tischgenossen etwas kennen, zwei kommen aus Kanada, der eine ist noch Student, der andere arbeitet schon. Und der dritte studiert in England. Alle drei wollen ihre Verwandten in Bangladesch besuchen.

Gemeinsam überlegen wir, wie wir morgen den Tag verbringen können – das Hotel werden wir wahrscheinlich nicht verlassen können, immerhin sind wir ja immer noch Transitter, Transmitter, also, nur im Niemandsland Geduldete halt. Und keine Ahnung, wer letztlich auf die Idee kam, aber wir treffen uns morgen zum Kartenspielen  und nennen uns die Transitzocker.

Übrigens hab ich eben wieder mal erleben dürfen, wie hilfbereit und pragmatisch Bangladeshi sind: Es klopfte an der Tür, draußen steht einer der Mitesser und streckt mir eine Tube Zahnpasta entgegen…weil ich ja keine dabei hätte, meint er und grinst…and you can take the finger instead of a toothbrush – nimm einfach den Finger statt einer Zahnbürste 😀

Yvonne Koch

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